Die Korkeiche

Die Korkeiche – Spaniens „Dehesa“

 

Dehesa ist der spanische Begriff für die uralten Landschaften, in denen die Korkeiche Quercus suber algarvezuhause ist. Die Korkeiche ist eine der faszinierendsten Baumarten. Allein deswegen, weil sie der einzige Baum der Welt ist, dessen Rinde Sie schälen können. Sie wächst einfach wieder nach. Sodass sie regelmäßig „geerntet“ werden kann. Der Nebeneffekt des Erntens ist das Beste. Die regelmäßige Ernte einer Korkeiche regt den Baum dazu an, bis zu mehr als drei Mal soviel CO² zu binden, als eine ungenutzte Korkeiche. Schade, dass dieser Baum nicht überall wächst.

Warum sich der Baumbestand der Korkeiche so drastisch verringerte?

Heute gibt es keine Urwälder mehr in Spanien, das war aber einmal anders.

Spanien war einst eine große Seefahrernation. Und was brauchten sie um Schiffe zu bauen? Klar, Holz! So wurden die Kork- und Steineichenwälder in Segelschiffe verbaut. Das hatte zur Folge, dass große Teile des Landes zu Degradationsflächen wurden. Bis heute gibt es diese Landschaften, auf denen nur Büsche wachsen und die von Erosion gekennzeichnet sind. Sie hinterlassen einen sehr trostlosen Eindruck auf uns, besonders wenn wir uns vorstellen, wie üppig hier einst die Wälder waren. Wenn Sie sich vorstellen möchten, wie die Wälder Spaniens einst ausgesehen haben mögen, dann müssen Sie in die sogenannten „Canutos“ gehen. Hier stoßen Sie auf eine reichhaltige Vegetation, ähnlich einem subtropischen Regenwald. Haben Sie in der Schule gut aufgepasst, dann wissen Sie sicher, dass bis zur letzten Eiszeit tatsächlich Regenwälder im Süden Europas existierten. Nun jedenfalls, hier stehen sie, die großen Korkeichen, überzogen von Moos. Sehr ursprünglich wirkt diese Landschaft und doch gibt es Zeugnis über den Einfluss von Menschenhand. Die Stämme der Korkeichen sind geschält.

Woran Sie eine Korkeiche erkennen können

Sie wird Ihnen auffallen! Wenn Sie einen Baum sehen, dessen Stamm abgeschält ist, dann stehen Sie vor einer Korkeiche. Das ist wohl das markanteste Zeichen, obwohl es noch nichts über den Baum selber sagt. Nur eben, ahhh…das ist eine Korkeiche! Zunächst einmal sei erwähnt, dass das Schälen des Stammes dem Baum nicht im geringsten schadet. Es ist mehr so, wie Haare schneiden bei uns. Desto regelmäßiger, desto fülliger der Nachwuchs. Korkeichen sind immergrüne Bäume. Der Stamm des Baumes erreicht einen Durchmesser von 50-90 cm, in die Höhe schießt er 10-20 Meter. Ab einer Stammhöhe von etwa 2-3 Meter teilt sich das Geäst des Baumes sehr ausladend. Während die älteren Äste eher knorrig und knotig aussehen, kann man die jungen Äste daran erkennen, dass sie mit dichtem Weiß behaart sind. Das charakteristischste Merkmal ist natürlich die längsrissige Korkschicht auf der Stammborke.

 

%d Bloggern gefällt das: