Eukalyptusbäume in Spanien

Eukalyptusbäume in Spanien – auch Blaugummibäume genannt

 

Eukalyptusbäume in Spanien – auch Blaugummibäume genannt

Eukalyptusbäume kommen neben Pinien besonders häufig in Spanien vor. Dreißig Prozent der Landesfläche Spaniens sind mit dichtem Wald bedeckt. Das hört sich viel an, ist aber gemessen am Flächenbewuchs früherer Jahrhunderte wenig. Seine Heimat hat der Eukalyptusbaum in Australien. Vor allem die entzückenden Koalabären betrachten seine Blätter als ihre Leibspeise. In subtropischen und mediterranen Zonen wird der Eukalyptusbaum weltweit angebaut. Für die Pflanzenheilkunde sind die getrockneten Blätter und die ätherischen Öle interessant. Der Baum dient aber auch als Holzlieferant und wird gerne als Zierpflanze angebaut. Eukalypten gehören zu den Myrtengewächsen und zählen über 800 verschiedene Arten.

Eukalyptusbäume sind schnellwüchsige Laubbäume und können bis zu sechzig Meter hoch werden. Auf Tasmanien hat man einen Riesen-Eukalyptus mit einer Höhe von 97 Metern und einem Stamm von 20 Metern gemessen. Das nennen wir mal groß!

 

Warum sind Einheimische gegen den Anbau?

 

Die Bauern vieler Regionen, in denen Eukalypten angebaut werden, setzen diese Wälder oder Plantagen in Brand. Ihr Nutzen: Sie wollen der Zellstoffindustrie schaden! Diese verarbeitet vornehmlich den Rohstoff Eukalyptus. Den Bauern fehlen die Korkeichen, die früher anstelle der Eukalypten hier standen. Sie lieferten das Winterfutter für ihre Tiere. Wenn Naturschützer oder gar Greenpeace gegen die Brände aufrufen, werden diese Bauern wütend und laufen Sturm. Die UNO-Welternährungsbehörde sieht den Eukalyptus als Opfer dieser Hetzkampagnen und verteidigt den Anbau. Über die Hälfte des Eu-Bedarfs für die Zellstoffindustrie wird von Portugal abgedeckt.

 

Pro und Contra des Anbaus von Eukalypten

 

Viele Küsten- und Bergregionen wurden bereits im Mittelalter rücksichtslos abgeholzt. Hätte man an vielen dieser brachliegenden Landschaften nicht den Eukalyptus angebaut, würden sie noch immer brachliegen. Rekultivierungen von Laub- und Nadelgewächsen schaffen Oasen für die Tier- und Pflanzenwelt. Ein Eukalyptus wächst innerhalb von nur zehn Jahren auf etwa dreißig Meter. Das ist dreimal so schnell wie zum Beispiel das Wachstum einer Eiche. Ein ausgewachsener Eukalyptusbaum benötigt am Tag etwa 500 Liter Grundwasser. Einerseits spricht das nicht unbedingt für den Anbau von Eukalypten, denn bekanntermaßen ist Spanien von Regenarmut geplagt. Andererseits wird durch den hohen Wasserbedarf der Bäume die Gefahr von Überschwemmungen in den Bergregionen gebannt. Besonders auf der Biscaya und in Galizien ist der Anbau diesbezüglich von großem Vorteil.

Einer der Hauptargumente der Bauern gegen den Anbau sind mir Recht die schweren Bodenerosionen. Der Boden muss für den Anbau der Bäume erst viele Jahre vorbereitet werden. Dazu wird die gesamte Fläche tief umgepflügt und jahrelang der Witterung ausgesetzt. Viele Tonnen Humus werden dabei einfach weggespült. Später werden das Laub und die Äste der Eukalypten in die Flüsse gespült, dessen Wasser durch die Öle verdorben wird.

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