Huertas – die mallorquinischen Obstgärten

Huerta ist das spanische Wort für Obstgarten. Von diesen fruchtbaren Ländereien finden Sie in ganz Spanien naturgemäß ziemlich viele. Das Wichtigste auf einer Huerta ist ein Bewässerungssystem. Die Auswahl einer geeigneten Ebene für eine Huerta ist deswegen eng geknüpft mit dem Vorhandensein eines Grundwasserbrunnens. Während der trockenen Jahreszeit muss der Boden ständig gewässert werden. Nur dann kann eine Huerta gedeihen. Schon die Araber hatten den Sinn von Schöpfrädern erkannt und diese in Spanien eingeführt. Damals wurden diese von Eseln und Maultieren angetrieben. Noch heute können Sie Reste von diesen Schöpfrädern auf vielen Feldern finden. Wenn Sie so ein Exemplar einmal bestaunen möchten, gehen Sie in das Restaurant C’an Mateu bei Algaida auf Mallorca. Auf der Poolterrasse dient ein sehr schön Erhaltenes zur Dekoration. Sicher haben Sie auch die Mühlen in der Umgebung des Flughafens nicht übersehen und sich gefragt, wofür sie gut sind. Auch diese dienen der Bewässerung der Huertas.

 

Was es auf den Huertas alles gibt

 

Auf den Huertas werden neben Getreide und zahlreichen Gemüsearten fast alle Obstsorten angebaut, die in Mitteleuropa beheimatet sind. Dazu kommen noch die Baumplantagen. Diese beinhalten den Anbau von Zitrusfrüchten, Apfelsinen, Zitronen und Pampelmusen. Und weil die Mallorquiner fleißige Obstzüchter sind, kommen noch Granatäpfel, Feigen sowie Khaki und Nisperas hinzu. Wenn der Boden gut ist, können gleich mehrere Ernten im Jahr eingefahren werden. Dies wiederum hängt einzig von der Bewässerung ab.

 

Huerta von Murcia

 

Die bekannteste aller Huertas ist wohl die von Murcia. Sie ist wohl auch die Größte. Ihre Kulturtradition zählt mehr als tausendjährig und sie zählt zu den ältesten Bewässerungsgebieten am Rio Segura. Hier gibt es mehr als 2900 Sonnenstunden im Jahr und durch die umliegenden Berge ist die Huerta gegen starke Winde und Kälte geschützt. Bis zu drei Ernten im Jahr sind auf ein und derselben Parzelle möglich. Zudem hat sie gegenüber anderen Anbaugebieten bis zu zwei Monaten Erntevorsprung. Aber wie bei allem Guten hat auch diese Medaille eine Kehrseite. Im Sommerhalbjahr kann das Wasser sehr knapp werden. Die Niederschläge fallen gering aus und in der Sommerhitze ist die Verdunstung zusätzlich hoch. Der Wasserbedarf in der Region ist zudem steigend und damit gerät die Landwirtschaft als größter Wasserverbraucher der Region zunehmend unter Druck. Doch das ist ein anderes Thema.

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