Ein Künstler der besonderen Art

Sie sind ein Freund architektonischer Baukunst?

Hervorragend, dann sind Sie hier richtig. Oder – Sie interessieren sich überhaupt nicht für Bauten, so außergewöhnlich diese auch sein mögen? Dann sind Sie hier trotzdem richtig, denn kaum jemand kann sich der Faszination eines Mannes entziehen, der am 25.Juni 1852 in der südlichen Provinz Tarragona in Katalonien geboren wurde.

Antoni Gaudi i Cornet, besser bekannt als Antoni Gaudi kam als Jüngstes von fünf Kindern eines Kupferschmieds zur Welt. Der Kleine litt an Rheuma, was seine Bewegungsfreiheit erheblich einschränkte. Stattdessen wandte er sich der Natur zu, was sich deutlich an seinen späteren Werken zeigt. Im Jahre 1873 begann er ein Architektur-Studium an der  Escola Tècnica Superior d’Arquitectura in Barcelona, welches er am  15. März 1878 abschloss.

Am Anfang seiner Karriere tröpfelten kleinere Aufträge herein, so errichtet er beispielsweise Laternenmasten auf dem Plaça Reial in Barcelona. Doch bald war dies ihm nicht mehr genug und er schielte nach neuen Projekten  – nach etwas, was es so noch nicht gab. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ackerte er wie wild, er schuf und baute – er entwarf und errichtete Gebäude, als galt es, einen Wettbewerb zu gewinnen. Zu seinen berühmtesten Bauwerken zählen:

  • Straßenlaternen auf der Plaça Reial Barcelona (1878)
  • Casa Vicens, Barcelona (1878-1880 – Weltkulturerbe der UNESCO seit 2005)
  • Arbeit an der Sagrada Familia, Barcelona (1884-1926 – Weltkulturerbe der UNESCO seit 2005)
  • Palau Güell, Barcelona (1885-1889 – UNESCO Weltkulturerbe seit 1984)
  • Crypt of Colonia Güell, Santa Coloma de Cervelló, Catalunya (1898-1916 – Weltkulturerbe der UNESCO seit 2005)
  • Casa Calve, Barcelona (1899-1904)
  • Parc Güell, Barcelona (1900-1914 – UNESCO Weltkulturerbe seit 1984)
  • Casa Batlló, Barcelona (1905-1907 – UNESCO Weltkulturerbe seit 2005)
  • Casa Mila, Barcelona (1905-1907 – UNESCO Weltkulturerbe seit 2005)

Wenn Sie heute mit andächtigem Gesichtsausdruck vor den Bauwerken des Architekten stehen, werden Sie kaum glauben können, dass Antoni Gaudi zu Lebzeiten mehr Kritiker als Befürworter seiner Kunst hatte. Seine Bauweise war geprägt durch bunte Mosaike, geschwungene Linien und verspielte Fassaden. Er hatte lange genug die Natur beobachtet, die Elemente der Flora und Fauna flossen in seine Bauwerke ein. Rechte Winkel? Gab es bei einigen Werken schlicht nicht. Schiefe Stützmauern oder unregelmäßige Grundrisse, damit punktete Antoni Gaudi. Allerdings nur bei einigen Auftraggebern, glücklicherweise honorierten diese die Leistungen des Architekten angemessen.

Im Jahr 1884 übernahm Gaudi die Leitung der Sagrada Familia in Barcelona. Es war letztendlich sein Lebenswerk und er arbeitet bis zu seinem Tod an dem Wahrzeichen in Barcelona. Am 10. Juni 1926 starb der Künstler nach einem Unfall mit der Straßenbahn. An seinem Lebenswerk – der Sagrada Familia wird heute noch gebaut. Im Jahr 2000 leitete die römisch-katholische Kirche ein Seligsprechungsverfahren für Antoni Gaudi ein.

%d Bloggern gefällt das: