Vorgeschichtliche Felsmalereien im östlichen Spanien

Vorgeschichtliche Felsmalereien im östlichen Spanien – die spanische Levante

 

Auch als Levante-Kunst bekannt sind die spanischen Felsmalereien im Hinterland der spanischen Ostküste. An 727 Fundplätzen – allesamt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt – finden Sie Tausende freigelegte Felsmalereien aus der jungen Steinzeit. Von der Provinz Granada bis zu den Pyrenäen verteilt sich die Fläche der Fundstellen. In der Nähe von Valencia finden Sie auf einer Fläche von 200×80 Kilometern die dichteste Region von Fundstellen. 1903 wurden in Teruel die ersten dieser levantinischen Felsbilder entdeckt. Erste Forschungen benennen den Zeitpunkt ihrer Entstehung mit der Jungsteinzeit. Weitere Forschungen jedoch besagen, dass sie eher der Mittelsteinzeit bis hin zur Jungsteinzeit zuzuordnen sind. Nun, die Frage nach dem „Wann“ wird wohl eher offenbleiben. Dafür ist die Frage nach dem „Wie“ hinreichend geklärt. Pflanzenfarbstoffe, Kohle, ja sogar Körperausscheidungen wurden mit Harz oder Fett vermischt. Nachdem man zuerst die Umrisse in die Felsen ritzte, wurden diese dann quasi mit den Farben ausgemalt oder man malte einfach so auf die Felsen.

 

Die Darstellungen

 

Menschen sind die Hauptdarsteller dieser Bilder. Gemalt wurden Jagd- und Schlachtszenen, Kämpfe oder auch landwirtschaftliche Aktivitäten. Tänze von Frauen, davonlaufende Hirsche oder einzelne Speerträger sind auf den Malereien dargestellt. Eigentlich alles, was an Aktivitäten zur damaligen Zeit so angesagt war. Auch Abbildungen von Menschen zusammen mit Tieren sind darunter. Da auf den Bildern auch Jagdwerkzeuge wie Pfeil und Bogen abgebildet sind, lieferten sie den ersten Beweis für die Existenz des Recurvebogens bereits im Frühneolithikum.

 

Vermutliche Bedeutung der Malereien

 

Dokumentiert wird der Alltag von Jägern und Sammlern, später auch der ersten Bauern und Viehzüchter. Jeder dieser unbekannten Künstler prägte seinen eigenen dynamischen Stil. Tatsache ist, dass die Levante-Kunst die Hinterlassenschaft eines frühen Jägervolkes ist. Ihr Leben gestaltete sich in einem geschlossenen Gebirgsraum. Die Malereien wurden vermutlich an Orten hinterlassen, an denen eventuell Zeremonien durchgeführt wurden. Wie zum Beispiel erfolgreiche Jagden oder die Erhaltung bestimmter Jagdtiere. Um die magische Kraft ihrer “Gemälde” für lange Zeit zu erhalten, wurden diese oft mehrfach übermalt und manchmal auch ergänzt. Diese frühen Zeugnisse der „bildenden Kunst“ sind natürlich über die Jahrhunderte stark in Mitleidenschaft gezogen. Doch leider sind auch mutwillige Beschädigungen Grund für den schlechten Zustand einiger dieser „Gemälde“.

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