Macchia – die immergrüne Gebüschformation

 

Spätestens, wenn Sie schon einmal in Spanien waren, sind Ihnen sicher diese eigenartigen Gebüschformationen aufgefallen. Und vielleicht haben Sie sich auch gefragt, wie diese büscheligen Gegenden eigentlich zustande kamen. Nun das ist ganz einfach erklärt. Überall dort wo Sie heute Macchia vorfinden, standen einst Wälder. Das ist in der Tat kaum vorstellbar, aber wahr. Jahrtausende lang hat der Mensch diese Wälder regelrecht für sich ausgebeutet. Abholzung, Verbrennung und übermäßige Beweidung führten schließlich zur völligen Degradation dieser riesigen Landschaftsflächen. Leider hat man, verglichen mit Europa, auf der Iberischen Halbinsel einiges an Nachholbedarf für Neubewaldungen. Kaum fünf Prozent des gesamten Bodens sind mit Waldungen bedeckt. Dennoch ist Spanien das baumartenreichste Land Europas und da sind die Kulturbäume nicht einmal mitgezählt.

 

Entstehung der Macchia

 

In Spanien werden diese eigentümlichen Buschwälder „Monte Bajo“ genannt. Das Wort „Macchie“ stammt aus dem korsischen Wort „maquis“ und bezeichnet einen dichten und undurchdringlichen Buschwald. Die Büsche sind meist stachelig und derart miteinander verwachsen, dass es kaum möglich ist, sie zu durchdringen. Das Fundament wird jeweils aus den Arten der ursprünglichen Waldstruktur gebildet. Prinzipiell ist es unter günstigen Bedingungen möglich, dass in der Macchia alle Arten der Hartlaubwälder überleben können. Nur die geringe Wuchshöhe unterscheidet die Macchiavegetation vom ursprünglichen Wald. So ist zum Beispiel die Steineiche sehr oft an der Macchiavegetation beteiligt, nur eben nicht als Baum, sondern als Buschform. Für Vegetationskundler fallen deshalb auch oft Macchien in dieselbe Vegetationsklasse wie Hartlaubhochwälder.

Leider wird die Macchia auch wieder weitgehend vom Menschen genutzt. Die Hausziege zum Beispiel ernährt sich bis zu 60 % von Laub und Ästen. So ist die Macchia für Hausziegenhalter sehr willkommen. Und um den Ziegen besseren Zugang zu verschaffen, werden oft weite Teile der Macchia abgebrannt, obwohl das eigentlich verboten ist.

 

Blühende Macchia

 

Dann gibt es noch die andere Form der Macchia, die Blühende. Überall da wo der Macchiavegetation keine Hartlaubwälder zugrunde liegen, ist diese Form der Macchia anzutreffen. Aber auch hier beruht sie auf Umweltsünden der vergangenen Jahrtausende. Typische Macchiapflanzen sind hier Ginster, Zistrose, Baumheide, Lavendel, Myrte und Erdbeerbäumchen. Die Erdbeerbäumchen tragen zwar Beerenfrüchte, doch schmecken diese eher fad. Das wirklich phantastische an dieser Form von Macchien ist die Blütezeit. Diese gibt es zweimal im Jahr zu bestaunen. Der intensive Duft, der während der Blütezeit im Frühjahr und im Herbst von diesen Macchien ausströmt, ist betörend für die Sinne. Aber auch die Vielfalt an Farben während der Blüte ist eine reine Augenweide.

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