Prähistorische Felszeichnungen in Siega Verde und Vale do Cõa

Geschätzte 13.000 bis 20.000 Jahre sind sie alt, die Einritzungen in die Felsen, und somit aus der Altsteinzeit. Siega Verde liegt etwa 100 km von Vale do Cõa in Portugal entfernt. Die Felszeichnungen in Vale do Cõa wurden bereits 1998 dem UNESCO-Weltkulturerbe beigefügt. Da die Zeichnungen in Siega Verde in etwa zur gleichen Zeit entstanden, nahm man diese, in Erweiterung zu Vale do Cõa, 2010 ebenfalls in die Liste auf. Gemeinsam stellen sie den bedeutendsten Felsbilderkomplex auf der Iberischen Halbinsel dar. Zwei Archäologen haben im Rahmen einer Forschungsreise etwa 500 dieser Felsmalereien seit 1988 an 94 verschiedenen Fundstellen entdeckt. Hauptsächlich Tiere -Hirsche, Pferde, Stiere etc.- wurden in die Felsen geritzt. Diese Zeichnungen sind nur umrissen, die Körperflächen sind nicht bearbeitet, so wie es bei Felszeichnungen üblich ist. Insgesamt sind sie weniger ausdrucksstark und präzise wir die Höhlenmalereien von Altamira oder Lascaux. Forscher rechnen sie den Kulturstufen des Gravettien und des Magdalénien zu.

 

Die Altsteinzeit

 

Sie umschreibt den ältesten Abschnitt der Steinzeit. Gleichzeitig stellt sie die erste und längste Phase der Urgeschichte in Europa und Asien dar. Der Zeit, als die Urmenschen begannen, Werkzeuge aus Stein herzustellen. Die Herstellung von Steinwerkzeugen war maßgeblich für die weitere Entwicklung zur Hominisation. Unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler und durch das Herstellen von Werkzeugen war es ihnen möglich, speziellere Arbeiten auszuführen. Das typische Hauptwerkzeug war der Faustkeil. Hergestellt wurde er aus Feuersteinen oder Quarziten. Durch gezieltes Abschlagen der Kanten auf beiden Seiten wurde er geschärft und gespitzt, bis er sein typisches Aussehen erhielt. Mit Faustkeil und anderen Werkzeugen wurden auch Felsmalereien erzeugt.

 

Der archäologische Park Vale do Cõa in Portugal

 

Hier wurden die Funde bereits Ende der ’80ger Jahre entdeckt. 1996 wurde der Park als archäologischer Park eingeweiht. Diese „Open Air“ Galerie erstreckt sich auf eine Länge von etwa 17 km. Als Anfang der ’90ger ein Staudammprojekt geplant war, drohte das Tal zu überfluten. Die Öffentlichkeit und Wissenschaftler protestierten jedoch massiv und hatten Erfolg. Diese prähistorische Hinterlassenschaft durfte keinesfalls zerstört werden.

Die Techniken der verschiedenen Zeitalter sind hier sehr gut erkennbar. An einigen Zeichnungen sind sogar Bewegungsabläufe von Tieren erkennbar. Hierfür wurden mehrere Köpfe und Schweife so aneinandergereiht, dass Bewegungen ersichtlich werden. Das Alter dieser Malereien wird auf teilweise mehr als 25.000 Jahre geschätzt.   

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