Hauptstadt Santiago de Compostela Teil 2

Historischer Hintergrund zum Jakobsweg

 

Eine große Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa, welche allesamt das gleiche Ziel haben –  das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela – werden als Jakobsweg oder auch Camino de Santiago bezeichnet. Hier steht allen voran der Camino Frances, dessen Entstehung in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts fällt. Diese hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse in Nordspanien reicht von den Pyrenäen bis hin zum Jakobsgrab und verbindet die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander.

Nach der arabischen Eroberung brauchten die christlichen Nachfolgereiche eine Identifikationsfigur. So kam es ganz gelegen, dass nach bezeugter Überlieferung der Apostel Jakobus auf der Iberischen Halbinsel missioniert habe. Kurzer Hand schuf man die Vision der Auffindung des Apostelgrabes im äußersten Nordwesten Spaniens. Schnell wurde eine Legende gebildet, welche die Überführung des Heilgen Leichnams von der Hinrichtungsstätte in Jerusalem an das Ende der damals bekannten Welt belegen sollte. Eine Identifikationsfigur war gefunden. Es ist bis heute nicht bewiesen, dass sich im Grab tatsächlich die Gebeine des Heiligen Jakobus befinden.

Seit rund 1.200 Jahren ist das Pilgern auf dem Jakobsweg Inspiration für Millionen von Menschen. Von Königen bis hin zu einfachen Bauern wurde im Mittelalter emsig gepilgert. Das Schöne, auf den Pilgerwegen gab es kaum soziale Unterschiede. Hier waren alle gleich. Sie alle wollten ihrem Leben etwas Neues abgewinnen, etwas finden, was bislang in ihnen verborgen war. Sich selbst!    

Die Aktivität des Pilgerns ist heute wieder so stark wie im Mittelalter. In vielen Bestsellern wurde der Weg in allen Facetten beschrieben und gewann so wieder an Attraktivität.

 

Reisetipps?

 

Eigentliche Reisetipps gibt es im Zusammenhang mit dem Jakobsweg nicht. Ein 4-Sterne Hotel werden Sie auf diesem Weg nicht finden und das ist auch gut so. Schließlich handelt es sich um einen Pilgerweg.

Kirchliche, staatliche und private Herbergen werden in allen Städten entlang des Weges angeboten. Jedoch müssen Sie schon rechtzeitig „einchecken“, denn die Schlafplätze sind begrenzt. Die Kosten beschränken sich meist nur auf eine Spende, denn viele Herbergen sind in Klöstern untergebracht. Einchecken können Sie ab 13 Uhr und um 22 Uhr ist Nachtruhe angesagt. Schon ab 4 Uhr in der Frühe gehen die ersten Pilger wieder auf den Weg. Selbstverständlich können Sie auch in einem Hotel übernachten, doch irgendwie fühlt sich das im Selbstfindungsprozess nicht richtig an. Wenn pilgern, dann richtig pilgern.

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