Einst goldenes Land der alten Römer

Las Médulas – einst goldenes Land der alten Römer

Ansicht der Las Médulas
Ansicht der Las Médulas

Durchlöcherte und ausgeschwemmte Berge, eine bizarre Laune der Natur? Nein, hier waren Menschen am Werk. So unglaublich es scheint, aber mit der alten römischen Bergbautechnik „Ruina Montium“ war das möglich. Diese außergewöhnliche Landschaft ist die Hinterlassenschaft eines über 250 Jahre währenden Goldabbaus. Viele Tausende Menschen verrichteten hier ihr Werk. Bereits 25 v. Chr. begannen die Römer mit der Ausbeutung der Berge in der Provinz Léon, nahe der Stadt Ponferrada. Anfang des 3. Jahrhunderts gab es nichts mehr zu holen und die Römer gaben die Goldminen auf.  Geblieben ist ein Areal, welches einzigartiger kaum sein kann.

1996 erklärte man das Gebiet zur archäologischen Zone. 1997 folgte die Aufnahme in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe. Las Médulas ist heute zudem Naturdenkmal und Kulturpark.

Ein begehbares Kunstwerk

Pure Abenteuerlust erwacht in uns beim Anblick dieser atemberaubenden Bergkette. Man

Galerien in den Medulas
Eine der Galerien in den Medulas

kann kaum glauben, dass dies das Ergebnis blinder Zerstörung ist, so faszinierend und beeindruckend wirkt die Gegend. Rot gefärbte Bergspitzen begrüßen uns. Allein die Farbe der Berge erscheint surreal. Anmutig stechen diese glühenden Bergspitzen in den Himmel. Sie sind korrodierte Überbleibsel von dem, was die Wassermassen nicht vollständig zerreißen konnten. Was hier wie ein abstraktes Kunstwerk wirkt, ist begehbar. Es gibt Wanderwege durch die Schluchten und geheimnisvolle Höhlen – also viel zu entdecken. Einige der Gänge wirken geradezu unheimlich. Die beste Zeit für eine Erkundungstour in diesen Bergen sind die frühen Morgenstunden. Wenn Sie genug Puste haben, dann gehen Sie einen der steilen Wege hinauf zur Aussichtsplattform Mirador. Was Sie hier im Morgengrauen erwartet, wird all Ihre Vorstellungskraft übersteigen. Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Bergspitzen treffen, erscheinen sie wie eine glühende Korallenformation. Nirgends auf der Welt werden Sie etwas finden das diesem Anblick auch nur annähernd nahe kommt.

Das Werk von Giganten

Für die Bergbautechnik „Ruina Montium“ benötigten die Römer unglaubliche Wassermassen. Also bauten sie ein Kanalsystem mit einer Länge von über einhundert Kilometern, um sich des Wassers aus der Sierra de la Cabrera zu bedienen. Es gibt noch heute erhaltene Teile dieses Systems.  Die Berge wurden erst durchlöchert und dann mit Wassermengen durchspült oder überschwemmt. So entstanden die Höhlen und Gänge. Teilweise wurden die Hügel regelrecht abgetragen. Die Bergleute mussten die Berge mit Gängen und Stollen aushöhlen. Manchmal sahen sie über Monate kein Tageslicht, unter Tage hatten sie nur das Licht ihrer Lampen. Viele der Bergleute ließen ihr Leben beim Einsturz der Tunnel. Plinius der Ältere, ein römischer Gelehrter, hinterließ in seiner „Naturalis historia“:  „Was in Las Médulas geschieht, übersteigt das Werk von Giganten“. Schaut man sich die Bergkette an, kann man ihm nur beipflichten. Wer hätte schon gedacht, dass Berge korrodieren können?  

Panorámica de Las Médulas

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