Die spanische Kultur: Menschen, Beziehungen und die spanische Mentalität

Der Spanier ist per se ein geselliger Mensch. Er neigt dazu, seine Beziehungen und Kontakte gewissenhaft zu pflegen. Freude erfährt er, wenn er seine kostbare Freizeit mit den Menschen verbringen kann, die ihm am Herzen liegen. Beinahe alles wird in Spanien im Kollektiv unternommen, für Alleingänge gibt es auch viel zu wenig Freizeit. Spanier sind Herdentiere, die sich ihre Umgebung gerne so aufbauen, dass sie sich wohlfühlen. Diese Behaglichkeit empfinden sie meist nur, wenn Familie, Bekannte und Freude sich in unmittelbarer Nähe befinden. Anders als in Deutschland ist in Spanien die Familie eine Art Aushängeschild und von höchster Wichtigkeit. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist wohl nirgendwo so ausgeprägt – sie fühlen sich untereinander viel verbundener und zeigen auch bei unerfreulichen Ereignissen eine vorbehaltlose Anteilnahme. In Notlagen ist niemand auf sich selbst gestellt.

Ob Familie oder Bekannte, die meisten Südländer verbringen ihre Freizeit bevorzugt außerhalb der Wohnung und gehen liebend gerne aus. Das liegt zum einen an dem angenehmen Klima und der raren Freizeit, die es auszukosten gilt. Bis tief in die Nacht sitzt man beisammen, unterhält sich und genießt leckere Speisen – kulinarischer Genuss gehört nämlich ebenfalls zur Mentalität. Vor drei Uhr nachts öffnen die meisten Discos, Bars und Kinos ihre Türen nicht, dafür kann man allerdings bis in die frühen Morgenstunden feiern.

Die Familie als Heiligtum

Schon von Grund auf ist der Spanier ein stolzer Mensch – nicht einzig auf sein Land und sich selbst, sondern auch die Familie. Wie bei Südländern üblich, geht den Spaniern nichts über die Familie. Auf seine Familienmitglieder lässt er nichts kommen, und wenn ein Mitglied der Familie in Not ist, dann schreitet er ein. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Bereich Hilfe benötigt wird, im Zweifelsfall gibt der stolze Spanier sogar sein letztes Hemd. So richtig heimisch fühlen sich Spanier einzig im Kreise der Familie. Deshalb ist es in der spanischen Region auch keine Seltenheit, dass mehrere Generationen ein Haus bewohnen und das als größtmögliches Glück definieren.

Die Spanier und ihr Miteinander

Spanien ist ein überraschend lautes Land. Es wird lautstark gefeiert und auch ausgiebige Diskussionen gehören zur Tagesordnung. Spanier sind Genussmenschen und können überaus temperamentvoll sein. Innige Beziehungen zeichnen sich nicht einzig durch sehr tiefe Liebe aus – auch hitzige Diskussionen sind keine Seltenheit. Zuweilen kann es auch mal richtig krachen – die Versöhnung lässt aber im Normalfall nicht lange auf sich warten. Am Ende sind auch solche Ausbrüche ein Zeichen der besonderen Verbundenheit. Das Organ der Spanier ist im Übrigen etwas ausgeprägter als das der Europäer. Demzufolge sind schon ganz normale Unterhaltungen und Telefongespräche sehr viel lauter, als es der Deutsche vielleicht gewohnt ist.

Die spanische Mentalität und das Geschäftsleben

Ganz anders zeigt sich der Spanier im Geschäftsleben, da erlebt man ihn eher würdevoll und seriös. Auf den Humor verzichten sie aber auch bei geschäftlichen Verhandlungen nicht, schließlich werden Spanier weltweit für ihre offene, humorvolle und lockere Art geschätzt. Toleranz ist ebenfalls eine wichtige Charaktereigenschaft, die bei einem Geschäftsabschluss so manchen Vorteil bringt. Lösungsorientiertes Denken und Fleiß zeichnen die Spanier aus, die auch beruflich ganz genau wissen, was sie tun. Man könnte beinahe sagen, sie haben die perfekte Balance aus Gelassenheit, Seriosität und Glück gefunden.

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