Das Welterbe des Quecksilbers im spanischen Almadén und dem slowenischen Idrija

Almadén und Indrija sind historische Stätte der Quecksilbergewinnung. In der autonomen Region Kastilien-La Mancha, in der dortigen Provinz Ciudad Real, finden Sie die historische Bergwerkstadt Almadén. Hier wurde seit jahrhundertelang Quecksilber abgebaut. Die Minen beherbergen die größten Zinnobervorkommen weltweit. Heute ist der Bergwerkpark ein Industriedenkmal und gehört seit 2012 zusammen mit Idrija zum Weltkulturerbe der UNESCO. Auch die Altstadt von Almadén ist in das Weltkulturerbe mit einbezogen, denn der Einfluss des Quecksilbers spiegelt sich sowohl in der Architektur als auch den Traditionen und Gebräuchen der Einwohner wider.  Idrija liegt in der Region Goriška im Westen von Slowenien beherbergt das zweitgrößte Zinnobervorkommen weltweit. Während die Minen in Almadén erst 2000 stillgelegt wurden, schlossen die Minen in Idrija bereits 1970 die Tore. Der Bergwerkpark in Almadén ist heutzutage ein Museum. Auch in Idrija können Sie einen Teil des alten Bergwerks besichtigen.

 

Auf den Spuren der Bergleute

Das Zinnober selbst ist ein für den Menschen ungefährliches Erz. Um den hohen Anteil von Quecksilber im Zinnober jedoch gewinnen zu können, muss das Erz bearbeitet werden. Die Quecksilberdämpfe, die hierbei entstehen, sind hochgiftig und extrem gesundheitsschädigend. Ausfallende Zähne und stark erhöhter Speichelfluss sind „nur“ die „kleineren“ Folgen einer „leichten“ Vergiftung. Wer den Dämpfen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, erleidet eine Anreicherung von Quecksilber im Gehirn, was zu starken Schmerzen und führt und meist mit dem Tod endet. So wurden für den Abbau des Minerals Häftlinge und Sklaven eingesetzt, die dieses Martyrium oftmals nicht überlebten. Eine zeitgenössische Untersuchungskommission geht davon aus, dass 24 % der eingesetzten Sträflinge an den Folgen einer Vergiftung vor Ablauf ihrer Strafvollendung verstarben.

 

Der Bergwerkpark und sein Museum

In einem Bergwerks-Interpretationszentrum können Sie sich erklären lassen, welche Abbautechniken und hier genutzt wurden. Auch erfahren Sie wie die verschiedenen Berufsbilder im Zusammenhang mit dem Abbau von Quecksilber stehen. Darüber hinaus haben Sie die Gelegenheit sich einmal selbst in die Stollen hinab zu begeben. Es werden Führungen angeboten, bei denen Sie das Innere der Anlagen aus dem 16.-18. Jahrhunderts besichtigen dürfen. Eine echt interessante Erfahrung, wenn man bedenkt, dass die Minen seit der Zeit der Römer betrieben wurden. Aber auch die Altstadt hat mit ihrer sechseckigen Stierkampfarena, dem königlichen Zwangsarbeitergefängnis und dem königlichen Bergmannshospital von San Rafael einige Höhepunkte zu bieten.

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