UNESCO Weltkulturerbe 1987 in Sevilla

Kathedrale, Alcazar und Archivo General de India in Sevilla – UNESCO Weltkulturerbe 1987

Sevillas bedeutendstes Wahrzeichen ist die Giralda. Sie war das Minarett der Hauptmoschee in Sevilla, welche im 15. Jahrhundert niedergerissen wurde. „Bauen wir eine Kirche, damit sie uns für verrückt halten“. So wurden der Abriss der Moschee und der Bau der Kathedrale 1401 bekannt gegeben. Und die Giralda? Sie dient der Kathedrale nun als Glockenturm.
Sie waren noch gar nicht in Sevilla? Dann wird es Zeit, denn wenn Sie Ihre Zeitreise ins 9. bis 14. Jahrhundert fortsetzen möchten, um auf den Spuren der Vergangenheit zu wandeln, sind Sie in Sevilla richtig.
1401 – 1519, so lange hat es gedauert, bis die Kathedrale fertiggestellt war. Sie ist die größte gotische Kirche der Welt und überhaupt eine der größten Kirchen der Welt und an Schönheit kaum zu überbieten. In ihrer Länge misst sie 115 Meter und in ihrer Breite 76 Meter. Die Kathedrale besitzt fünf Kirchenschiffe und das Mittlere hat eine Höhe von 42 Metern. Hier stehen auch die zwei Monumentalorgeln, welche Sie spiegelbildlich in zwei Jochen zueinander aufgebaut sehen. In der Capilla Mayor sehen Sie ein 23×20 Meter großes Retabel, auf dem Szenen aus dem Leben Jesu abgebildet sind. Auch das Grabdenkmal von Christoph Kolumbus ist in der Kathedrale beherbergt.

Alcazar von Sevilla

Der Alcazar ist ein Festungspalast. Ein Besuch dieses beeindruckenden Bauwerks sollte ganz weit oben auf Ihrer Tourenplanung stehen. Der Bau dieses Palastes wurde 913 von Al Ramán II angeordenet. Viele Monarchengenerationen nutzten diesen Palast in den folgenden Jahrhunderten. Heute ist es seine Majestät König Juan Carlos, der ihn bei seinen Besuchen in Sevilla als Residenz nutzt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Baustiele zum Aus- und Weiterbau verwendet. Eine der bedeutendsten Arbeiten gehen auf König Pedro I zurück. Er ließ Teile des Alcazars zu einem einheitlichen Palast neu erbauen. Deutlich erkennbar ist hier der Mudéjarstil. Aber auch andere Baustile sind geboten. Vom Islamischen bis hin zum klassizistischen Stil bieten die unzähligen Kammern, Patios und Säle ein breites Spektrum. Nicht zu vergessen die Schönheit der Gärten mit den vielen Springbrunnen.

Archivo General de India

Im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts begann der Bau des heutigen Archivo de Indias (Indienarchiv). Gebaut wurde es ursprünglich für Händler und diente als Warenbörse.
1785 verfügte Karl III, dass das Gebäude nun der Archivierung von Dokumenten zur spanischen Kolonialgeschichte dienen sollte. Diese waren bis dato in verschiedenen Gebäuden an verschiedenen Orten untergebracht. Nun hatte man hier ein Zentralarchiv geschaffen, indem ab 1785 alle Dokumente zur spanischen Kolonialgeschichte untergebracht sind.
Die Kathedrale, der Alcazar sowie das Archivo mitsamt Archivbestand wurden 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

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