Der Pardelluchs

Der iberische Luchs – oder auch Pardelluchs

 

Wieder beschäftigen wir uns mit einer Tierart, die Sie nur auf unserer Halbinsel oder noch in Portugal vorfinden. Und wieder ist es eine stark vor dem Aussterben bedrohte Tierart. Ja – und wieder ist es der Mensch, der in seinem grenzenlosen Egoismus dafür verantwortlich ist. Der Pardelluchs ist eine eigenständige Art und hat sich einst im Südwesten Europas entwickelt. Er ist ein wirklich wunderschönes Tier mit den typischen Luchsohren und dem Stummelschwanz. Mit einer Größe von bis zu 110 cm und einem Gewicht von bis zu 15 Kilo ist er deutlich kleiner als der im Norden lebende eurasische Luchs. Dafür ist sein Backenbart mit bis zu 8 cm Länge ausgeprägter als der des eurasischen Luchses. Auch seine Fellfarbe ist kräftiger und weist mehr Flecken auf.

Er ist ein Einzelgänger und nachtaktiv. Zwischen Januar und Februar paaren sich die Tiere. Doch die nach etwa zwei Monaten geborenen Welpen werden von der Mutter allein aufgezogen.

 

Stark bedrohter Pardelluchs durch Einschränkung des Lebensraumes

 

Seine Hauptnahrungsquelle sind Kaninchen, doch leider sind diese nicht mehr so zahlreich vorhanden. Diverse Krankheiten haben den Bestand von Kaninchen stark schrumpfen lassen. Dies und die Bebauung seiner Jagdreviere sorgten dafür, dass der Pardelluchs von Aussterben bedroht ist. Hinzu kommt noch, dass ihn Schäfer und Landwirte aus Angst um ihre Tiere einfach vergifteten.

Von Jägern wurde er erschossen, weil er auch gerne mal einen Fasan oder ein Reh auf der Speiseliste stehen hat. Da er sich aber zu 90% von Kaninchen ernährt war dies, unserer Meinung nach, die pure Lust am Jagen.

Rund 150 Tiere leben derzeit in der spanischen Region Toledos und in der spanischen Sierra Morena. Bis vor zehn Jahren, so Schätzungen zufolge, waren es noch bis zu fünf Mal so viele Tiere.

Sie leben, entgegengesetzt zu ihren nördlichen Verwandten, nicht nur in Wäldern. Der Pardelluchs braucht ein wenig Abwechslung. Er bevorzugt das Buschland, lichte Waldflächen und auch das offene Gelände.

Versuche, den Pardelluchs vor dem Aussterben zu retten

 

Der Pardelluchs ist die am stärksten vom Aussterben bedrohte Katzenart. Ohne die Hilfe des Menschen wird er das 21. Jahrhundert nicht überleben. Der WWF sowie die Regierung Spaniens und auch die Weltnaturschutzorganisation setzen sich seit 2001 durch ein Erhaltungszuchtprogramm für den Erhalt der Art ein. In Portugal begann man damit schon 1999.

In Andalusien verzeichnet man schon erste Erfolge. Dort hat der Luchs auch schon ein wenig seine Scheu abgelegt.  Sie können ihn sogar schon mal an Ihrem Pool seinen Durst löschen oder durch einen Garten spazieren sehen. Wir Spanier von heute sehen ihn nicht mehr als Viehdieb. Für uns ist er ein Symbol der wilden Natur Spaniens.

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