Er ist wieder auf dem Vormarsch

Der Mönchsgeier – treu in der Partnerschaft und zu Unrecht verunglimpft

 

Kaum ein Vogel ist derart mit Vorurteilen belastet wie der Mönchsgeier. Majestätisch, sagen die einen, abstoßend die anderen. Wir wollen versuchen, Ihnen diesen Vogel näher zu bringen, denn er hat durchaus einen berechtigten Platz in der Vogelwelt und ist von großem Nutzen.

Beheimatet ist er in Europa fast ausschließlich auf der Iberischen Halbinsel. Auf Mallorca und auf der südlichen Balkanhalbinsel könnten Sie ihn mit viel Geduld aufspüren. Er ist extrem scheu, deshalb bekommt man ihn selten zu sehen.

Diese ungeliebten Vögel wurden fast ausgerottet, weil ihnen nur Negatives nachgesagt wurde. Früher erhielt man sogar von der Regierung eine Prämie, wenn man eines der Tiere zur Strecke brachte. Schließlich brachten sie doch den Tod, holten sich die Schafe und raubten sogar kleine Kinder. Natürlich sind das Märchen, erfunden von Menschen, die sich nicht mit diesen Vögeln auseinandersetzen wollten. Der Mönchsgeier hat – eher im Gegenteil – eine sehr wichtige ökologische Funktion. Wenn irgendwo ein totes Tier herumliegt, kommen sie in großen Gruppen, um dieses sofort zu fressen. Sie ernähren sich von Aas. Dafür sind sie geschaffen. Man könnte sie auch als Ordnungsgruppe oder Reinigungstrupp sehen, denn wer entfernt sonst verendete Tiere aus der Natur.

 

Er ist wieder auf dem Vormarsch

 

Nachdem der Mönchsgeier fast ausgerottet war, gibt es heute, nach Schätzungen, insgesamt etwa 7000 – 10.000 dieser Vogelart weltweit. Davon leben im Nationalpark Monfragüe rund 250 Paare. Sie bilden damit die größte Mönchsgeier-Kolonie der Welt. Den Nationalpark Monfragüe finden Sie in der Region Extremadura. Er ist etwa 180 Quadratkilometer groß und seit 1988 europäisches Vogelschutzgebiet. Der Nationalpark ist umgeben von einem rund 1160 Quadratkilometer großen Biosphärenreservat, welches 2003 von der UNESCO geschaffen wurde. Die Einrichtung des Nationalparks trat am 3.März 2007 per Gesetz in Kraft. Heute gibt es Stiftungen zum Schutze der Mönchsgeier, eine davon ist „Black Vulture Conversation Foundation“ in Campanet. Dort können Sie sich sogar zu einem Besuch anmelden, wenn Sie diese Vögel einmal aus der Nähe betrachten möchten. Es gibt große Gehege auf dem Gelände, in welchem kranke und verletzte Geier aber auch verlassene Jungvögel wieder fit für die Wildnis gemacht werden.

 

Aussehen und Nachwuchs

 

Der Mönchsgeier – treu in der Partnerschaft und zu Unrecht verunglimpft
Mönchsgeier im Vivarium Darmstadt

Bei den Mönchsgeiern sehen die Jungs und die Mädels

gleich aus. Kennzeichnend ist die dichte Federkrause, wie alle Altweltgeier sie haben. Die Federkrause schützt den Hals vor Kälte. Auch ihr dichtes Untergefieder ermöglicht den Vögeln, selbst extreme Kälte auszuhalten. Ihr Obergefieder ist dunkelbraun, sie haben einen klobigen Schnabel und einen keilförmigen Schwanz. Die Flügelspannweite des Mönchsgeiers kann bis zu 290 cm erreichen. Der Vogel selbst wird bis zu 110 cm groß und kann bis zu 14 Kilogramm auf die Waage bringen.

Von Februar bis April brüten sie in ihrem Nest irgendwo hoch oben in den Bäumen. Mönchsgeier leben in einer monogamen Ehe ein Leben lang zusammen und nutzen für ihren Nachwuchs immer dasselbe Nest. Sie brüten etwa 50 Tage und das Kleine braucht fast 4 Monate, bis es selbstständig wird. Leider brüten sie nicht jedes Jahr, deshalb hält sich der Nachwuchs so in Grenzen.

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