Borretsch – oder auch Gurkenkraut

 

Haben Sie schon einmal etwas von der Gewürz- und Heilpflanze Borretsch gehört? Sie ist im Mittelmeerraum – also bei uns in Spanien beheimatet, wird aber seit dem späten Mittelalter in ganz Mitteleuropa kultiviert. Somit zählt sie zu den Archäophyten. Borretsch ist eine einjährige Pflanze, die bis zu 70 cm hochwachsen kann. Sie blüht von Mai bis September. Ihre Blüten sind zunächst rosa doch während der Anthese ändert sich ihr ph-Wert und dann leuchten sie in herrlichem Blau. Die Blüten bestehen immer aus fünf Kelchblättern. Die Stängel und Blätter der Pflanze sind recht borstig behaart, was sie bizarr aussehen lässt. Zwischen April und Juni können Sie die Pflanze in Ihrem Kräutergarten leicht aus ihren Samen ziehen. Aber auch als Zierpflanze bereichert sie Ihren Garten. Wenn Sie Borretsch einmal in Ihrem Garten haben, verbreitet er sich meist von ganz allein. Um gut zu gedeihen, benötigt sie viel Sonne.

 

Borretsch – die Gewürzpflanze

 

Die Blätter der Borretsch müssen frisch verwendet werden, getrocknete Blätter verlieren schnell ihr Aroma und sind dann nicht mehr brauchbar. Sie erzeugen einen milden gurkenähnlichen Geschmack. Borretsch ist zum Beispiel fester Bestandteil der Würze in der „Frankfurter Grünen Soße“.  Mit den Blüten können Sie Ihre Speisen verzieren. Hervorragend geeignet ist Borretsch zum Einlegen von Gurken. Aber auch Salate und Eintopfgerichte lassen sich mit den Blättern vortrefflich verfeinern. Wer sich besonders gut mit der schadlosen Zubereitung von Borretsch auskennt, kann sie auch wie Spinat herrichten.

 

Die Gefahren der Borretsch und ihre heilende Wirkung

 

Borretsch gilt als Heildroge. Ein allzu sorgloser Umgang mit dem Kraut wäre unangemessen. Die Pflanze ist potentiell toxisch. Die Blüten enthalten bis zu 17% Kaliumsalze. Seit den 80er Jahren wissen Pharmakologen, dass giftige Pyrrolizidin-Alkaloide in dem Borretschkraut enthalten sind. Regelmäßiger Verzehr in höheren Dosierungen kann die Leberzellen schädigen und sogar Krebs verursachen. Die Samen werden dennoch zu medizinischen Zwecken genutzt, aus ihnen wird ein heilsames Öl gepresst. In der homöopathischen Medizin ist der Einsatz von Borretsch unbedenklich, da es nur in stark verdünnter Form angewendet wird. Es gilt als stimmungsaufhellend und soll beruhigende Wirkung auf den Herzrhythmus nehmen. Auch in der anthroposophischen Medizin spricht nichts gegen den Einsatz von Borretsch. Hier wird es als entzündungshemmendes und entstauendes Mittel erfolgreich eingesetzt.

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