Andalusien aus der Nähe betrachtet – Teil 4: “Cádiz”

 

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Die andalusische Provinz Cádiz ist die südlichste Provinz in Spanien. Eingerahmt von Huelva im Nordwesten, Sevilla im Nordosten und Malaga im Osten grenzt Cádiz an das britische Überseegebiet Gibraltar, das Mittelmeer und den Atlantischen Ozean an. Cádiz erstreckt sich auf eine Fläche von 7.385 km² und kann stolz von sich behaupten, dass die Stadt Tarifa die südlichste Ortschaft auf dem europäischen Festland und der Südzipfel, die Punta de Tarifa etwa 14 Kilometer von Afrika entfernt ist.

Die gleichnamige Hauptstadt der Provinz Cádiz ist auf einer Landzunge angesiedelt und mit etwas über 124.000 Einwohnern “nur” die zweitgrößte Stadt der Provinz. Über 210.000 Menschen leben in Jerez de la Frontera, der größten Stadt der andalusischen Provinz.

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Die Landschaft in der Provinz Cádiz ist geprägt von wilder Schönheit. Naturparks nehmen die Hälfte der Provinz ein, sie ziehen sich vom Gebirge bis ans Wasser. Unberührte Abschnitte finden sich auf dem über 138 Kilometer langen Strand genügend. Die gesamte Küstenlinie ist 260 Kilometer lang. Obwohl am südlichsten Ende Europas mildes Klima herrscht, ist die Gegend nicht vom Massentourismus überlaufen. Die Durchschnittstemperaturen betragen im Winter um die 14 Grad und im Sommer angenehme 25 Grad.

In Jerez de la Frontera befindet sich die Königlich-Andalusische Reitschule. Hier wird die hohe, klassische Reitkunst in Vollendung auf andalusischen Pferden zelebriert. Der König von Spanien hat die Hofreitschule 1987 offiziell anerkannt.

Unter anderem wird in der andalusischen Provinz Cádiz die Wiege des Flamencos vermutet. Mit dem Auftauchen der ersten Zigeuner im 15. Jahrhundert keimte der Flamenco auf. Seit dem 19. Jahrhundert wird er so vorgeführt, wie wir ihn heute kennen. Wurden die Menschen mitsamt ihrem Tanz damals verjagt, gibt es heute unzählige Flamenco-Vorführungen in sogenannten „tablaos”, in denen professionelle Flamenco-Tänzer ihre Tanzkunst darbieten.

Die Provinz Cádiz ist ein Eldorado für Wassersportler. Nicht nur paradiesische Strände mit glasklarem Wasser bieten traumhafte Voraussetzungen, auch perfekte Windbedingungen ziehen die Surfer und Kiter in ihren Bann. Durch die Vereinigung des Mittelmeers mit dem Atlantischen Ozean an der Meerenge von Gibraltar entstehen optimale Winde für Surfer, wie etwa der Levante.

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Wer eine Stadt außer Rand und Band erleben möchte, der sollte sich zur Karnevalszeit in die Hauptstadt begeben. Zehn Tage lang wird gefeiert, getanzt, gesungen und gejubelt, was das Zeug hält. Rund um die Uhr. Schlafen? Unnötige Zeitverschwendung. Karneval in Cádiz ist nach Rio de Janeiro und Trinidad größenmäßig immerhin an dritter Stelle weltweit zu nennen. Beeindruckend, nicht wahr?

 

 

 

 

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