Prächtig, majestätisch und gigantisch

Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial – prächtig, majestätisch und gigantisch

San Lorenzo de El Escorial liegt etwa 45 km nordwestlich von Madrid in der Sierra Guadarrama. Bei einem Besuch der spanischen Hauptstadt sollten Sie sich also unbedingt die Zeit nehmen und einen Abstecher nach San Lorenzo de El Escorial machen und das dortige Schloss anschauen. Wenn Sie nun der Meinung sind, die Besichtigung eines Schlosses sei eine Reise von 45 km nicht wert, dann täuschen Sie sich. Das Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial ist nämlich das größte Renaissanceschloss der Welt. Gemessen an den gigantischen Ausmaßen des Schlosses, wird der Bau nur noch vom Vatikanpalast übertroffen.

 

Die Anfänge der königlichen Kloster- und Schlossanlage

Nachdem König Philipp II. von Spanien am Gedenktag des heiligen Laurentius (10. August 1557) siegreich aus der Schlacht von Saint-Quentin hervorgegangen war, schickte er seine Astrologen los, um einen geeigneten Platz für den Bau eines Klosters zu finden. Er plante ein monumentales Bauwerk zu Ehren des Heiligen. Gesagt – getan, die Astrologen fanden ein nettes Plätzchen unweit von Madrid und die Arbeiten an dem Bau begannen im Frühjahr 1563 unter der Leitung von Juan Bautista de Toledo und dauerten bis zum Herbst 1584. Für das Gebäude wurden übrigens Steine aus der Sierra Guadarrama verwendet – wie praktisch, dass das Bauprojekt inmitten einer Bergkette entstehen sollte. Philipp herrschte nach Abschluss der Bauarbeiten von hier über sein Reich bis zu seinem Tod im Jahr 1598. Seine Nachfolger waren an einem Einzug in das gigantische Schloss nicht allzu interessiert, sie nutzen das Gebäude nur, wenn es das Hofprotokoll vorschrieb. Seit 1861 ist das Schloss kein Königssitz mehr, dafür ist es seit 1984 in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

 

Die Ausmaße des Klosters

Die Größe des Renaissanceschlosses ist einfach nur beeindruckend. Die Grundfläche beträgt

33.000 m², es ist 207 m lang und 161 m breit. Gehen wir doch einmal davon aus, dass das Schloss von einer durchschnittlichen Familie bewohnt werden würde. Bei einer vierköpfigen Familie hätte jedes Familienmitglied 500 Zimmer für sich. Die insgesamt 2000 Gemächer sind mit 3000 Türen miteinander verbunden. Wenn die Eltern also möchten, dass der Nachwuchs die Türen zu schließen hat, ist dieser beschäftigt. Für den Blick auf das aktuelle Wetter stünden 2673 Fenster zur Verfügung. 86 Treppenaufgänge sorgen für die sportliche Fitness und 88 Brunnen könnten als Wasserspeicher dienen. 16 Höfe möchten regelmäßig gekehrt werden und in den 12 Kreuzgängen fände die Familie Ruhe. Aber ob sie sich nach dem Einzug jemals wiedersehen würde? Man weiß es nicht, aber das Schloss ist ja auch keine Wohnung, sondern ein Palast.

In der Sakristei werden wertvolle Gemälde aufbewahrt, darunter Werke von Tizian und El Greco.

Ein Kloster, eine Kirche, eine Schule und eine Bibliothek gehören zu dem Gebäude. 40 Altäre stehen in der Kirche, der Hochaltar besteht aus Jaspis und rotem Marmor. Die Grabmäler von Philipp II. und Karl V. samt ihren Familien befinden sich daneben. Die meisten spanischen Herrscher haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

 

Dieses imposante Gebäude gehört unbedingt in Ihren Ausflugsziel-Plan, sollten Sie sich in der Nähe aufhalten, es lohnt sich absolut!

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