Andalusien aus der Nähe betrachtet – Teil 6: “Huelva”

Die Provinz Huelva

Tief im Westen der Iberischen Halbinsel liegt die andalusische Provinz Huelva. Die abwechslungsreiche Region wird im Westen durch Portugal, im Norden durch Badajoz und im Osten durch Sevilla begrenzt. Ein kleines Stück Cádiz grenzt im Südosten an Huelva, genauer gesagt, die Mündung des Flusses Guadalquivir. Den südlichen Abschluss bildet der Atlantische Ozean.

Die knapp über 10.000 km² große Provinz teilt sich in vier Naturzonen auf: die hügelige Landschaft der Sierra de Huelva im Norden, die 150 km lange Küste der Costa de la Luz im Süden mit dem ebenen Anbaugebiet El Condado, mittendrin das Tiefland Andévalo und die Zona Minera (Bergbau). Der Nationalpark Coto de Doñana liegt direkt an der südöstlichen Küste und zählt seit 1994 zum UNESCO-Welterbe.

Mit etwas über 500.000 Einwohnern ist Huelva relativ dünn besiedelt. Ein knappes Drittel der Menschen leben in der gleichnamigen Hauptstadt Huelva, es ist die größte Stadt der Provinz. Nahezu alle Städte wie Lepe, Isla Cristina, Almonte, Ayamonte oder Moguer sind an der Küste angesiedelt, lediglich Valverde de Camino liegt mit über 10.000 Einwohnern im Landesinneren.

Christoph Kolumbus startete 1492 von Palos de la Frontera aus in die Neue Welt. Unterstützung für seine Reisepläne fand er bei den Franziskanern im Kloster von La Rabida. Das Kloster ist heute Besuchern zugänglich und eine Gedenktafel erinnert an den tollkühnen Seefahrer.

Die Provinz Huelva ist von einem mediterranen Klima geprägt. Der Jahresdurchschnitt liegt bei 18,1 Grad. An durchschnittlich 300 Tagen im Jahr scheint die Sonne. Die Provinz Huelva ist ein idealer Urlaubsort. Naturliebhaber kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Freunde der Kultur und des Stadtlebens. Wer ordentlichen Trubel mag, sollte die Hauptstadt um den 3. August besuchen. Dann startet das jährliche Fest, die Fiesta Columbinas – einen ganzen Monat lang wird die Seereise von Christoph Columbus gefeiert.

Die Costa de la Luz – Küste des Lichts – bietet auf ihrem 150 km langen Küstenstreifen keinen Massentourismus, dafür beschauliche Idylle. Wer mag, findet natürlich auch Strände mit Liegen, Eisdielen und Souvenirhändler. Die verwegenen Abschnitte sind für Naturliebhaber, für Menschen, die sich voll und ganz auf das faszinierende Spiel der Natur einlassen möchten. Im Winter findet an der Costa de la Luz das alljährliche Treffen der Zugvögel statt. So einen gigantischen Anblick vergisst keiner. Das ist ein Stoff, aus dem Urlaubserinnerungen bestehen.

%d Bloggern gefällt das: